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Interkulturelle Aspekte im Freiwilligendienst – der sechste Trägerworkshop
Zentrales Thema auf dem sechsten Vernetzungsworkshop im Rahmen des Programms, der Anfang April in Berlin stattfand, waren interkulturelle Aspekte, die bei der Gewinnung von Freiwilligen mit Migrationshintergrund (insbesondere für den Pflegebereich), im Einsatz selbst sowie bei der Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen zu beachten sind.
Im ersten Einführungsvortrag wurden die Berufsbilder im Bereich Pflege und der gesellschaftliche Status von Pflegepersonal in den Herkunftsländern türkisch- und russischsprachiger Zuwanderinnen und Zuwanderer im Vergleich zu Deutschland beleuchtet. Der zweite Vortrag spiegelte dies an der Pflegepraxis eines interkulturell aufgebauten Pflegedienstes in Berlin.
In beiden Kulturkreisen ist der Krankenpflegeberuf in erster Linie auf medizinische Tätigkeiten ausgerichtet, da die Grundpflege meist von Familienangehörigen oder Hilfskräften übernommen wird. Altenpflege und Behindertenhilfe sind als Berufsfelder relativ neu und noch wenig verbreitet. Diese Unterschiede beeinflussen auch das Interesse von Jugendlichen mit einem entsprechenden Migrationshintergrund für ein FSJ in der Pflege und zeigen mögliche Hemmnisse auf.
Die Projektverantwortlichen diskutierten, welche Konsequenzen sich daraus für die Gewinnung von Freiwilligen und den FSJ-Einsatz ergeben. Dabei wurde auch deutlich, dass interkulturelle Kompetenzen in der Pflege zunehmend gefragt sind, da der Anteil an Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund steigt und damit auch der Bedarf an Pflegekräften, die deren Sprache sowie die religiösen und kulturellen Gegebenheiten kennen und eine Brückenfunktion einnehmen können. Jugendliche mit Migrationshintergrund können diese Stärken im FSJ einbringen. Darüber hinaus bietet der Pflegebereich für Jugendliche mit geringen Schulabschlüssen gute berufliche Perspektiven sowie Fortbildungs- und Aufstiegschancen.
Bezogen auf die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen zeigt sich im Programm insgesamt, dass der Aufbau von nachhaltigen Kontakten längerfristige Strategien der Träger und die Schaffung einer Vertrauensbasis unabhängig von konkreten Projekten erfordert.
Auf dem Workshop wurde außerdem das Thema Kompetenzerfassung noch einmal aufgegriffen, um Anregungen zur Überarbeitung des Fragebogens zur Selbst- und Fremdeinschätzung zusammenzutragen, die sich aus dessen Einsatz in der Praxis ergeben haben, und zu erörtern, wie sich die Kompetenzerfassung in den Prozess der pädagogischen Begleitung einbetten und für die Findung und Erreichung von Lernzielen nutzen lässt.




